AccueilEssaisHistoireDiscussionsRecensionsFreud  RSS
BlogConfĂ©rencesLivresBiblioSéminairesÉditoAdressesAssociationsLiens

Bibliographies

 
Entwicklungsziele der Psychoanalyse

Entwicklungsziele der Psychoanalyse

Zur Wechselbeziehung von Theorie und Praxis (1924). Nachw. v. Michael Turnheim

Sándor Ferenczi & Otto Rank

Wien: Turia + Kant, 2009. (109 S., € 17,00)

Mit diesem Text formulierten Rank und Ferenczi eine Prinzipiendiskussion, ja gar einen Bruch mit der »Vater« der Psychoanalyse Sigmund Freud.
Die Entwicklungsziele erschienen 1924, ein Jahr nach Freuds Veröffentlichung von »Das Ich und das Es« und zeitgleich mit Ferenczis Thalassa. Versuch einer Genitaltheorie und Ranks Über das Trauma der Geburt. Die Entwicklungsziele wurden rasch zum Anstoss einer Technikdebatte innerhalb der Psychoanalyse.

Die Abhandlung besteht aus zwei Teilen. Im ersten, kritischen Teil, kritisiert Ferenczi den »Deutungsfanatismus« sowie die »Symptomanalyse« der orthodoxen freudianischen Analytiker; Allen voran wohl galt diese Kritik wohl K. Abraham und E. Jones. Im zweiten Teil, in dem Rank den Begriff der »psychoanalytischen Situation« einführt wird praktisch Stellung gegen Freud bezogen.
Freud hatte 1914 (Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten) den Schwerpunkt der analytischen Arbeit auf das Erinnern gelegt. Für Freud galt des Wiederholens durchaus als Abwehr der Erinnerung und somit als Widerstand in der psychoanalytischen Arbeit.
Gegen Freud akzentuieren Rank und Ferenczi das Wiederholen, das zwar als Widerstand fungieren kann aber nicht muss. Somit verweisen die Autoren auf eine zu rasche Verallgemeinerung von Freuds Ansatz. Wie, fragen die Autoren, kann etwas erinnert werden das noch nie zuvor bewusst war. Sie denken dabei an präödipale und vor allem präverbale Erfahrungen. Damit führen Ferenczi und Rank einen Paradigmenwechsel in der psychoanalytischen Technik ein, der von Winnicott ausgenommen und weiterentwickelt wurde.



Sandor Ferenczi, geboren 1873 in Ungarn, war Arzt, Neurologe und Psychoanalytiker. Er hatte Sigmund Freud 1908 kennengelernt und Freundschaft mit ihm geschlossen. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt er den ersten Lehrstuhl für Psychoanalyse an der Universität Budapest, der aber 1919 wieder aufgelöst wurde. Seine technischen Experimente (›aktive Therapie‹, › mutuelle Analyse‹), die ihn Freud entfremdeten, wurden später von anderen Psychotherapeuten aufgegriffen und vor allem für die Therapie so genannter früher Störungen genutzt. Ferenczi starb 1933.

Otto Rank (1884-1939), war von 1906-1924 der engste Mitarbeiter Sigmund Freuds und Sekretär der «Mittwochs-Gesellschaft». Zudem war er Schriftleiter der psychoanalytischen Zeitschriften »Imago« und »Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse«. Ab 1919 leitete er den »Internationalen Psychoanalytischen Verlages«. Autor zahlreicher psychoanalytischer Werke lebte Rank, nach seinem Bruch mit Freud 1926 zeitweise in Paris, dann in New-York.

 


.
.
Auteurs :
Karl Abraham
Joël Bernat
Christopher Bollas
Derek Bolton
Pierre-Henri Castel
Alain de Mijolla
Erik H. Erikson
W. R. D. Fairbairn
Sandor Ferenczi
Antoine Fratini
AndrAndré Green
André Green
Joel Kanter
Jean-Claude Lavie
Bernd Nitzschke
Adam Phillips
Neil Pickering
Luiz Eduardo Prado de Oliveira
Thierry Simonelli
Donald Winnicott

.
.

- Freud 1877-1900
- Sigmund Freud
- Gesammelte Werke
- Correspondance
- Karl Abraham

- Glossaire traduction




Info