4 livres
Bernd Nitzschke
Das Ich als Experiment. Essays über Sigmund Freud und die Psychoanalyse im 20. Jahrhundert.
(Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 2000)
Mit der Lektüre des Buches nimmt der geneigte Leser an
der Archäologie psychoanalytischer Frühgeschichte teil, die vergessene
Gründerfiguren zu Tage fördert, wichtige Seitenwege und Passagen
aufzeigt und hilft, so manche alten und neuen psychoanalytischen "Legenden" als
historischen Irrtum freizulegen. Sie kann jedem nur nachdrücklich empfohlen
werden.
(André Karger, psychosozial)
Die Psychoanalyse – so kann man vielleicht die Quintessenz
des Bandes zusammenfassen – sei weder `rein´ noch `tendenzlos´ und
schon gar nicht im kruden, positivistischen Sinn `wissenschaftlich´,
sie sei vielmehr ein offenes, gewagtes und zuweilen auch unsicheres Unternehmen,
ein `Experiment´ eben, das sich gegenüber neuen Erfahrungen und
Erkenntnissen nicht immunisieren darf. ... Die Texte vergegenwärtigen
ein Stück Zeit- und Theoriegeschichte, aber nicht in geglätteter,
gesetzter Form. Nitzschke will kein Chronist im üblich wertfreien Sinn
sein, er nimmt Stellung, greift an, bezieht klar und deutlich Position, vor
allem gegen die Ausgrenzer und Vereinseitiger, die der Geschichte der Psychoanalyse
ihren Stempel aufgedrückt haben, wie der Freud-Biograph Ernest Jones.
(Wolfgang Martynkewicz, Psychoanalyse – Texte zur Sozialforschung)
Als ausgezeichneter Stilist versteht es Nitzschke komplizierte
Sachlagen und vielschichtige Beziehungsstrukturen in einer auch für den nicht-psychoanalytisch
geschulten Leser verständlichen Sprache darzustellen. Seine Aufsätze
sind im besten Sinne psychoanalytisch, die Interpretationen reichen nie weiter,
als es das in der Recherche zu Tage geförderte Material erlaubt, sie stellen
die Akteure nicht bloß, sondern geben feinfühlige Einblicke in die
verschwiegene personale psychoanalytische Beziehungsgeschichte. In der heutigen
Zeit, in der kurzlebige psychoanalytische Publikationen vorherrschen, ... bestechen
sie durch ihren Ernst, ihre Aufrichtigkeit und Offenheit. ... Sie zeigen, was
Psychoanalyse zwar nie ganz war, aber der Möglichkeit nach hätte
sein und werden können, eine gleichermaßen kritische wie selbstkritische
Wissenschaft. Schon deshalb ist es ein empfehlens- und lesenswertes Buch.
(Siegfried Zepf, Werkblatt – Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik)
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Teil I. Introversion, Revolution, Resignation. Wege ins Exil
1 Herbert Silberer. Der Selbstmord eines Psychoanalytikers
2 Sabina Spielrein.
Die Liebe einer Psychoanalytikerin
3 Otto Gross. Ein Psychoanalytiker als Revolutionär
4 Otto Fenichel und
Wilhelm Reich. Das Schicksal zweier Linksfreudianer
Teil II. Mit Lügenködern auf Wahrheitsfang. Freuds Vermächtnis
5 Freud im Exil. Das Ende einer Epoche
6 Die Zerstörung der deutschen
und der psychoanalytischen Kultur
7 Freud und die Frauen. Eine paradoxe Beziehung
8 Auf dem Besenstiel im Galopp
von der Hysterie zum Narzißmus
9 Der ewige Krieg um Freud. Ein Possenspiel
10 Die Zukunft der Psychoanalyse.
Eine Hoffnung
Personenregister
Quellennachweis
|
Bernd Nitzschke
Aufbruch nach Inner-Afrika
(Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 1998)
Nitzschkes Essays aus
den Jahren 1979-1996 stellen ... Bausteine zu einer philosophischen Genealogie
der Psychoanalyse dar. In detektivischer Kleinarbeit belegt er, in welchem Maße
die Psychoanalyse, bis hin zu ihren Begriffsschöpfungen, doch die Aufklärung,
die Romantik, das naturwissenschaftlich-positivistische Denken beerbte. Von zentraler
Bedeutung für die Konzeptionen der jungen Wissenschaft war nach Nitzschke
insbesondere das Philosophieren Schopenhauers und Nietzsches ... Unter dem Paradigma
der Aufklärung, die Nitzschke als Vernunftkritik begreift, also Aufklärung
der Aufklärung über sich selbst, wird die Annäherung Schopenhauer-Nietzsche-Freud
schlüssig.
(Bernd Mattheus, Süddeutsche Zeitung)
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Teil I. Vernunftkritik vor Freud. Das philosophische Erbe
1 Vernunftkritik als Aufklärung. Schopenhauer, Nietzsche und Freud
2
Körper und Emotion. Freuds Psychoanalyse aus Schopenhauers Blickwinkel
betrachtet
3 »Außersinnliche« Wahrnehmung. Freuds Libidotheorie – Schopenhauers
Erkenntnisstrategie
4 Grenzverlust als Erkenntnisgewinn
Teil II.
Der Meister des »Es« - Die Eroberung des unbewußten Kontinents
5 Zur Herkunft des »Es« - Freud, Groddeck, Nietzsche, Schopenhauer
und Eduard von Hartmann. Einsprüche gegen die Fortschreibung einer Legende
6 Lustprinzip und Todestrieb. Was Freud Fechner verdankt
7 Warum wurde Freud
nicht Psychiater?
8 »Anna O.«, Souffleuse des Unbewußten.
Skizzen aus dem Leben Bertha Pappenheims
9 Freuds technische Experimente. Der
Weg von der kathartischen Behandlung zum psychoanalytischen Standardverfahren
10 Zwischen Metaphysik und Gesellschaftskritik. Versuche, die Psychoanalyse
historisch und interdisziplinär einzuordnen
Personenregister
Quellennachweis
|
Bernd Nitzschke
Freud und die akademische Psychologie
(München, PsychologieVerlagsUnion, 1989)
Dem Mythos entgegentreten, dass zwischen Psychoanalyse
und akademischer Psychologie ein "unversöhnlicher Gegensatz" bestanden habe,
will das vorliegende Buch. Es tut dies auf überzeugende Weise. ... Zu
Tage gefördert werden nicht nur die eher bekannten Einflüsse von
Fechner und Brentano auf Freud, sondern auch bisher kaum beachtete, eher überraschende
Beziehungen zwischen so unterschiedlichen Psychologen wie Wundt, Stern, Lewin,
Piaget, Luria, Wygotski und Freud. ... Es entsteht ein ... facettenreiches
und faszinierendes Bild des intellektuellen Lebens, der Neugierde, Beobachtung,
Kritik ...
(Klaus-Jürgen Bruder, Psychologie und Geschichte)
Der Herausgeber legt mit diesem Buch Materialien und Überlegungen
vor, die längst fällig waren und von "Kennern der Szene" längst
erwartet wurden, ist es doch so, dass die Vorstellung, zwischen der Psychoanalyse
Sigmund Freuds und der akademischen Psychologie herrsche ein unversöhnlicher
Gegensatz, nahezu nie systematisch untersucht wurde. – Zur Schließung
dieser Lücke leistet das Buch einen unverzichtbaren Beitrag ... Ein
Buch, dem im Rahmen des gegenwärtig aktuellen Versuchs, die Psychoanalyse
geschichtlich zu verstehen und aufzuarbeiten, sicherlich große Bedeutung
zukommt.
(G. H. Seidler, Zentralblatt Neurologie / Psychiatrie)
Der
Gedanke, den Konflikt zwischen der akademischen Psychologie und der Psychoanalyse
Freuds nicht, wie bis zum Überdruss bereits geschehen,
von der Methodologie, der Wissenschaftstheorie oder gar dem Wetteifer um
die Gewinnung aussagekräftiger, den Gegner falsifizierender Erfahrungsdaten
her, sondern historiographisch aufzurollen, ist wohltuend. ... Die meisten
Beiträge des Buches lassen sich so als Aufforderung zur Revision eingefleischter
Fehldeutungen des Konflikts zwischen Freud und akademischen Psychologen (in
Europa) lesen.
(Alexandre Métraux, Jahrbuch Psychopath. Psychother.)
Insgesamt
zeigen die Beiträge dieses Bandes, dass es
sich um ein klassisches Vorurteil handelt, wenn behauptet wird, Psychoanalyse
und akademische Psychologie hätten nichts miteinander gemein. ... Herausgeber
und Autoren des Bandes deklarieren ihn als "kritische Hommage an Freud".
Diese Deklaration wird im ganzen vorzüglich eingelöst. Die Distanz
zur hagiographischen Entrückung ... wie zur posthumen Demontage Freuds
hat ein Buch hervorgebracht, von dem beide Seiten, Analytiker und akademische
Psychologen, lernen könnten. Wenn sie denn lernen wollen.
(Hans-Martin Lohmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung )
Es gibt in jedem Jahr eine für den einzelnen nicht mehr überschaubare
Publikationsvielfalt ... Leider findet man dabei selten Bücher, in denen
versucht wird, in fundierter Kleinarbeit zu resümieren, zu sammeln, zu überschauen.
Das vorliegende Buch leistet einen Teil dieser wichtigen Reflexionsarbeit.
... Nitzschke hat ein Buch vorgelegt, das hilft, die Grundlagen der Psychologie
und zahlreicher ihrer Diskussionen theoriegeschichtlich zu beleuchten.
(Peter Weber, Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie)
Die Verbindungen von Psychoanalyse und akademischer Psychologie
sind inniger, als es in dem bis heute spannungsgeladenen, von gegenseitigen
Vorurteilen und Überheblichkeit geprägten Verhältnis scheint.
Dies arbeiten Herausgeber und Ko-Autoren dieses interessanten Sammelbandes
für die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg in ihren mit Archivmaterial
sehr gut belegten Beiträgen eindrucksvoll heraus. ... Dem Buch ist
in seiner Fülle von Beobachtungen und Anregungen eine breite Leserschaft
unter Psychologen und Psychoanalytikern zu wünschen, zumal es mit
einigen Mythen aufräumt.
(Günter Reich, Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychoanalyse)
Inhaltsverzeichnis
Teil I. Das Verhältnis von akademischer Psychologie
und Psychoanalyse
Bernd Nitzschke: Freud und die akademische
Psychologie. Einleitende Bemerkungen zu einer historischen Kontroverse
Jürgen
Körner: Psychoanalyse und akademische Psychologie.
Von den Schwierigkeiten eines Dialogs zwischen anwendungsbezogener und theoriegeleiteter
Wissenschaft
Teil II. Akademische Psychologen, die Freud beeinflussten
Horst-Peter Brauns und Alfred Schöpf: Freud und Brentano. Der
Medizinstudent und der Philosoph
Bernd Nitzschke: Freud und Fechner.
Einige Anmerkungen zu den psychoanalytischen Konzepten „Lustprinzip“ und „Todestrieb“ Christfried
Tögel: Freud und Wundt. Von der Hypnose bis zur
Völkerpsychologie
Teil III. Akademische Psychologen, die sich mit Freud auseinandersetzten
Ulfried Geuter und Bernd Nitzschke: Freud und Stern. „Jene merkwürdige
Bewegung, die sich Psychoanalyse nennt ...“
Helmut E. Lück und Wolfgang
Rechtien: Freud und Lewin. Historische
Methode und „Hier-und-Jetzt“
Teil IV. Akademische Psychologen, die als „Psychoanalytiker“ tätig
waren
Fernando Vidal: Freud und Piaget. Jean, „Enkel“ von Sigmund
Norman
Elrod: Freud und Luria und Wygotski. Psychoanalytiker und
Kritiker der Psychoanalyse in der Sowjetunion
Personenregister
|
Bernd Nitzschke
Die reale Innenwelt. Anmerkungen zur psychischen Realität bei Freud und Schopenhauer.
(München, Kindler, 1978)
Freud und Schopenhauer: eine mehr als oberflächliche
Begegnung beider wäre schon längst fällig gewesen, und Nitzschke
kommt das große Verdienst zu, solche Begegnung eingeleitet ... zu haben.
Die Bedeutung der Verbindungen zwischen Freud und Schopenhauer ist mir beim
Lesen des Buches überhaupt erst richtig klar geworden ...
(Bernhard Flossdorf, Psyche) Das Buch ist klar und in gutem Deutsch geschrieben. Es benutzt
ein Minimum von Fachjargon, um ein Maximum von Information zu vermitteln.
(Ernest Borneman, Sozialmagazin) Mit Grund bemerkt Nitzschke in seiner lesenswerten Schrift "Die
reale Innenwelt", daß Vergangenheit und die Fixierung an die Vergangenheit
die wichtigsten Schlüsselbegriffe der Neurosentheorie Freuds seien ...
(Alfred Schaefer, Philosophischer Literaturanzeiger)
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkungen
1 Zur Einleitung
2 Psychische Realität
3 Schopenhauers Philosophie des »Willens« und
die »psychoanalytische« Theorie
Sigmund Freuds
4 Das psychische Ernährungssystem
5 Vom Sinn einiger Symptome
Schlußbemerkungen
Literaturverzeichnis
|
|
 |
 |
Études Psychanalytiques
La Collection Études Psychanalytiques veut proposer un pas de côté et non de plus, en invitant tous ceux que la praxis (théorie et pratique) pousse à écrire, ce, « hors-chapelle », hors « école », dans la psychanalyse.
|
 |
 |
|