Psychoanalyse und das gesellschaftlich Unbewusste

Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse (Psychosozial-Verlag)

1. Aufl. 2020. Erschienen im November 2020

ISBN: 978-3-8379-3046-7
https://doi.org/10.30820/9783837930467

Eine Entmystifizierung psychoanalytischer Konzepte

Siegfried Zepf und Dietmar Seel sind sich mit Marx und Engels einig, dass das menschliche Wesen im Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse zu suchen ist. Sie plädieren dafür, das gesellschaftlich Unbewusste, das sich nach Marx und Engels auf gesellschaftliche Prozesse bezieht, vom gesellschaftlichen Unbewussten, wie es sich bei Freud, Fromm und anderen finden lässt, zu differenzieren.

Die Autoren kritisieren das Verständnis psychoanalytischer Konzepte als Metaphern, das sie Freuds Verwendung der Metapher gegenüberstellen. Sie reflektieren die Positionen Fromms, Devereux’, Erdheims, Hoppers und Weinsteins, Bourdieus und Blochs hinsichtlich des gesellschaftlich Noch-Nicht-Bewussten und diskutieren schließlich Konsequenzen, die sich aus dem gesellschaftlich Unbewussten, wie es im historischen Materialismus verstanden und von Marx und Engels vertreten wird, für die Psychoanalyse ergeben. In diesem Zusammenhang betonen sie, dass es nur so lange gerechtfertigt ist, psychoanalytische Konzepte als Metaphern zu bezeichnen, wie verborgen bleibt, dass sich in diesen Konzepten die gesellschaftlichen Verhältnisse in mystifizierter Form präsentieren.

« Am Anfang dieser Arbeit stand eine Irritation. Wir hatten einen Aufsatz von Wallerstein gelesen, in dem psychoanalytische Theorien als »scientific metaphors« verstanden wurden, und waren irritiert, dass Wallerstein offenließ, was sich in den psychoanalytischen Konzepten metaphorisch darstellt. Im Versuch, die Bedeutung der als Metaphern verstandenen psychoanalytischen Konzepte zu ergründen, suchten wir nach weiteren Arbeiten, in denen diese Konzepte ebenfalls als Metaphern begriffen wurden. Wir wurden fündig, aber im Grunde war unsere Suche vergeblich. Wie bei der Lektüre von Wallersteins Arbeit mussten wir feststellen, dass zwar eine Vielzahl unserer Kollegen 1 bestimmte Konzepte als Metaphern beurteilten, aber meistens nicht darüber informierten, welche anderen Bedeutungen in die Konzepte transferiert wurden, die sie als Metaphern verstanden. »

Vorstellung des Buchs beim Psychosozial-Verlag: https://www.psychosozial-verlag.de/3046

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung
I Problemlage
II Freuds Verwendung der Metapher
III Metapher – Begriff – Erkenntnis
IV Das gesellschaftliche Unbewusste (Freud, Fromm, Devereux, Erdheim, Hopper & Weinstein)
V Das kulturelle Unbewusste (Pierre Bourdieu)
VI Das Noch-Nicht-Bewusste (Ernst Bloch)
VII Das gesellschaftlich Unbewusste (Marx & Engels)
VIII Das gesellschaftlich Noch-Nicht-Bewusste
IX Freuds Erkenntnisbeziehungen
X Psychoanalytische Konzepte – Metaphern des gesellschaftlich Noch-Nicht-Bewussten
XI Psychoanalytische Konzepte – entmystifiziert
XII Psychoanalyse und Historischer Materialismus

Anhang: Entfremdung und Warenfetischismus
Allgemeine Entfremdung
Entfremdung im Kapitalismus
Entfremdung und Warenfetischismus


Siehe auch: http://www.psychanalyse.lu/psychoanalyse-und-politische-okonomie/

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